Aus einem Start-up im Bereich E-commerce und 3D-Druck.

Da die E-commerce Plattform noch ziemlich am Anfang steht und als nächster Schritt geplant ist auch andere Länder zu erreichen,  kam hier schnell die Frage auf wie das technisch umgesetzt werden sollte.
Info: Es wird Shopware als Shopsystem verwendet.

Zu klären ist ob die Seite je Sprache in

  • Subdomains strukturiert werden soll: de.shop.com
  • oder als Verzeichnis: shop.com/de/
  • oder evtl. als TLD: shop.de für je die deutsche Version.
  • oder URL-Parameter: shop.com?lang=de&curr=eur

Wir kontaktierten dazu eine (Online) Marketing Agentur mit der wir zusammenarbeiten. Ich hatte die Verzeichnis-Struktur (shop.com/de) vorgeschlagen, doch als Antwort hieß es: “das sei die zweit schlechteste Variante, könnt ihr nicht wenigsten Subdomains nutzen?“.

Da stellt sich die Frage ob es den wirklich so schlecht sei!? Man sollte wissen dass sich die Meinungen vieler Experten da unterscheiden.

1.) Die Variante eine TLD (.com, .de , .at …) pro Land zu benutzen, kombiniert mit einem Server der sich in dem entsprechenden Land befindet bzw. so nah wie möglich, gilt als die “beste” Variante. Aus SEO Gründen heißt es dass z.B. eine .de TLD in Deutschland besser bewertet wird von Google. Ganz unabhängig davon ob es stimmt oder nicht, ist es Tatsache dass viele aus Gewohnheit die TLD ihres Landes benutzen und man sich somit schon einen Vorteil sichert, der sich dann sicher schon indirekt auf  das Ranking auswirken würde.
Es gilt dass eine Seite die schneller lädt auch ein besseres bzw. bequemeres Surferlebnis für die Besucher ist, was Google ja auch erreichen will, somit ist ein Server dessen Standort näher an den Besucher ist, auch ein Vorteil bezüglich der Performance der Website, also diese lädt schneller. Natürlich immer in Abhängigkeit der Leistung des Servers.
Also denke ich auch dass es die “beste” Variante ist, aber leider nicht die billigste und mit mehr Aufwand verbunden, da man die entsprechenden Server haben/verwalten muss und man auch noch im Besitz der entsprechenden TLD sein muss, was oft nicht der Fall ist.

2.) Die Verzeichnis-Struktur ist vermutlich oft einfacher einzurichten, da viele Shop-Systeme entsprechende Funktionen schon im Backend anbieten.
Ein Vorteil hier ist dass alles auf einer Domain liegt, das erleichtert die Verwaltung (sollte man nicht unterschätzen!) und diese Domain auch “stärker” ist was SEO angeht, da in der Regel mehr Inhalt vorhanden ist und auch z.B. Backlinks auf nur eine Domain verweisen….
Bezüglich der Performance (Ladezeiten…) sollte dann ein Leistungsstarker Server verwendet werden
Seiten wie u.A. Zanox.de oder Affili.net haben so eine Struktur und kommen damit bestens aus, verwenden aber auch Content Delivery Networks (CDNs) um keinen Performanceverlust zu haben.

Ich finde persönlich diese Variante nicht so schlecht, da sich der Inhalt ja trotz anderer Sprache bei einem Shop sich oft nicht groß unterscheidet, doch sollte man dann als TLD evtl. eine nehmen die “International” anerkannt ist wie .com oder .net, auch bin ich immer ein Freund von einfacher Verwaltung.

3.) Subdomains je Sprache ist auch eine Möglichkeit. Diese sollte dann verwendet werden wenn sich der Inhalt je Subdomain sich von den anderen unterscheidet. Google z.B. verwendet je Produkt eine eigene Subdomain. Wenn man die Subdomains-Struktur benutzt, dann ist jede Seite mehr oder weniger unabhängig voneinander, also man muss sich für jede separat um entsprechend der Sprache/Region Backlinks kümmern und man baut jede separat auf. Hier kann dann profitiert werden durch die interne Verlinkung untereinander was ein Vorteil oder ein Nachteil sein kann.
Bei Shops die evtl. ganz unterschiedliche Produkte anbieten je Land/Region kann es ein Vorteil sein.
Als Nachteil laut Google ist, dass Nutzer die URL nicht einer Region zuordnen können.
URL-Parameter: darauf gehe ich nicht ein, da Google diese selber als schlechte Variante sieht. (siehe Link weiter unten)

Das sind drei gängige Varianten und alle haben Ihre Vorteile und Nachteile.
Auf meinen konkreten Fall bezogen, haben wir uns für die Verzeichnis-Struktur entschieden, aber mit einer .com TLD also: shop.com/DE_de/ , shop.com/GB_en …

Der Grund war dass es sich um ein Start-up handelt. Obwohl genügend Geld zur Verfügung steht, ist der große Aufwand nicht zu vertreten gewesen, vor allem nicht in diesem frühem Stadium. Bei Shopware lässt sich einfach im Backend ein Sprachshop einrichten mit einer Verzeichnis-Struktur, doch wenn man das auf eine Subdomain  oder einer anderen TLD verlegen will, dann braucht man eine Subshop-Lizenz die ca. 500€ /Sub-Shop kostet.
Die Ausrichtung der Region kann (sollte) auch in den Google Webmaster Tools entsprechend eingerichtet werden.

Bezüglich Duplicate-Content sollte hier noch der Canonical Link entsprechend gesetzt werden.

Interessant ist, dass Matt Cutts zu diesem Theme sagt dass es egal ist für was man sich entscheidet,  man sollte sich für die bequemere Variante entscheiden!

Artikel der Google Webmaster Zentrale zu diesem Thema: Website für mehrere Regionen

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